Automobil ist keine einzelne Technologie
Ein Automobilbetrieb kann ein Montagewerk, eine Produktion von Innenteilen, eine Lackiererei, eine Schweißerei, eine Presserei, eine Textilverklebung, eine Flammkaschierung, eine Produktion von Schaumstoffteilen, eine Kunststoffabdeckung, eine Laminierung oder eine Endmontage sein. Aus umwelt- und arbeitshygienischer Sicht handelt es sich daher nicht um eine universelle Operationsart.
In einer Halle können chemische Stoffe, VOC, Staub, Schweißrauch, Lärm, Hitze, Geruchsstoffe und örtliche Absaugung gleichzeitig vorkommen. Bei manchen Betrieben sind die Arbeitsplatzluft und die Arbeitsplatzkategorisierung das Hauptthema. Bei anderen geht es um Luftemissionen, Betriebserlaubnis, Abgasmessung, Lärmstudie oder Betriebsaufzeichnungen.
Für einen Automobilbetrieb reicht es nicht aus, „Herstellung von Automobilteilen“ zu schreiben. Um die Messung zu gestalten, müssen bestimmte Tätigkeiten unterschieden werden: Lackieren, Kleben, Flammkaschieren, PUR-Schäumen, Schweißen, Schleifen, Trocknen, Belüften und Umgang mit chemischen Präparaten.
Was typischerweise gemessen und bewertet wird
Im Automobilbereich werden meist mehrere Messarten kombiniert. Eine Messung beantwortet meist nicht alle Fragen. Ein anderer Ansatz ist für die Luft am Arbeitsplatz der Mitarbeiter, für die Emissionen an der Abluft und für den Lärm rund um den Standort erforderlich.
| Bereich | Was wird üblicherweise beurteilt | Typischer Zweck |
|---|---|---|
| Arbeitsplatzluft | chemische Substanzen, Staub, Isocyanate, Aldehyde, VOC, Metalle | regionale Gesundheitsbehörde, Berufseinstufung, Gesundheitsschutz |
| Luftemissionen | TOC, VOC, TSP, NOx, CO, Abgase, Filtration | Regionalbehörde, CEI, Betriebserlaubnis |
| Lärm | Technik, HVAC, Kompressoren, Ventilatoren, Verkehr | Lärmstudie, Inbetriebnahme, Reklamation |
| Betriebsaufzeichnungen | Chemikalienverbrauch, VOC, Betriebsstunden, Filter | Nachweis der Konformität |
| Dokumentation | Betriebsregeln, Gutachten, Ausbreitungsstudie | Betriebserlaubnis, Technologiewechsel |
Praktisch wichtig: Messung in der Luft am Arbeitsplatz und Emissionsmessung am Abzug sind zwei verschiedene Dinge. Die erste befasst sich mit dem, was der Mitarbeiter atmet. Im zweiten geht es darum, was der Betrieb in die Außenluft freisetzt.
Malerei und VOC
Die Lackierung ist eine der am häufigsten mit VOC-Emissionen verbundenen Tätigkeiten im Automobilbereich. Aus Lacken, Lösungsmitteln, Verdünnern, Reinigungsmitteln, Entfettern und anderen Hilfszubereitungen können flüchtige organische Stoffe freigesetzt werden.
Für Lackierereien werden hauptsächlich der geplante Gesamtverbrauch an organischen Lösungsmitteln, Abgase, Overspray-Filtration, mögliche VOC-Verringerungsgeräte und Betriebsaufzeichnungen bewertet. Die standardmäßige Overspray-Filtration erfasst hauptsächlich feste Beschichtungspartikel, bedeutet jedoch nicht automatisch die Entfernung von VOC.
| Malthema | Warum es wichtig ist |
|---|---|
| Verbrauch organischer Lösungsmittel | legt Quellenklassifizierung und Pflichten fest |
| TOC / VOC | Hauptindikatoren für organische Emissionen |
| Overspray-Filtration | begrenzt Feststoffpartikel und schützt die Technik |
| Auspuffanlagen | Messort und Emissionsaustrittsstelle |
| Waffenreinigung | oft eine bedeutende Lösungsmittelquelle außerhalb der Malerei selbst |
| VOC-Bilanz | Grundlage für Betriebsaufzeichnungen und -kontrolle |
In der Arbeitsumgebung sind die Mitarbeiter beim Lackieren hauptsächlich Lösungsmitteln, Lackaerosolen und möglicherweise Isocyanaten oder anderen Bestandteilen gemäß Sicherheitsdatenblättern ausgesetzt. Der Messumfang richtet sich daher nicht nach dem Namen des Lacks, sondern nach seiner Zusammensetzung, der Art des Auftragens und der tatsächlichen Arbeitsdauer.
Kleben, Abdecken und Flammkaschieren
Verklebungen und Flammkaschierungen sind im Automobilbereich typisch für Innenteile, Verkleidungen, Verkleidungen, Dachhimmel, Türeinsätze oder Dämpfungselemente. Für die Arbeitsplatzluft und -emissionen spielt es eine Rolle, ob lösemittelhaltige Klebstoffe, wasserverdünnbare Klebstoffe, Schmelzklebstoffe, reaktive Systeme oder isocyanathaltige Klebstoffe zum Einsatz kommen.
Beim Kleben erfolgt die höchste Belastung oft nicht gleichmäßig über die Schicht hinweg. Es kann beim Auftragen, beim Öffnen der Verpackung, beim Reinigen der Ausrüstung, beim Erhitzen, Aushärten oder beim Arbeiten in schlecht belüfteten Bereichen auftreten.
Entscheidende Fragen für das Messdesign:
- welcher Kleber verwendet wird,
- ob es organische Lösungsmittel enthält,
- ob es erhitzt wird,
- Ob manuell, durch Sprühen, Rollen oder in einer Linie aufgetragen,
- wie lange sich der Arbeitnehmer an der Expositionsquelle aufhält,
- ob der Arbeitsplatz lokal abgesaugt ist,
- ob Dämpfe über die Abluft in die Außenluft abgegeben werden.
Beim Flammlaminieren und Abdecken werden häufig Klebstoff, Textil, Schaum, Kunststoffteil, Temperatur und Druck kombiniert. Die Kombination von Materialien und Temperatur kann bestimmen, ob allgemeine VOC, spezifische organische Substanzen, Aldehyde oder andere Substanzen pro Technologie gemessen werden.
PUR-Schäume und thermische Prozesse
PUR-Schaumstoffe werden im Automobilbereich für Sitze, Innenteile, Dichtungen, Akustikteile oder Dämmschichten eingesetzt. Je nach Technologie können Schaumherstellung, Schneiden, Kleben, Pressen, Flammkaschieren, thermisches Umformen oder Flammkaschieren angesprochen werden.
Bei PUR-Schaumstoffen ist Vorsicht geboten. Gefährliche Stoffe werden nicht anhand des kommerziellen Materialnamens, sondern anhand der Prozesschemie, der Sicherheitsdatenblätter und der Temperaturbedingungen abgeschätzt. Bei manchen Vorgängen können Isocyanate, Amine, Aldehyde, VOC oder thermische Zersetzungsprodukte relevant sein. An anderer Stelle können Staub durch Schneid- und Schleifschäume oder Geruchsbelastung das Hauptthema sein.
| PUR-Schaumverfahren | Mögliches Messthema |
|---|---|
| Schneiden und Formen | Staub, Partikel, lokale Absaugung |
| Schaumverklebung | VOC, Klebstoffbestandteile, Arbeitsplatzluft |
| Flammkaschierung | Produkte thermischer Wirkung, Geruch, Belüftung |
| Pressen und Erhitzen | VOC, Aldehyde oder andere Stoffe je nach Material |
| Herstellung von PUR-Systemen | Isocyanate, Amine, reaktive Komponenten, Belüftung |
Praktisch: Bei PUR-Schaumstoffen reicht es nicht aus, pauschal zu sagen „wir messen VOC“. Manchmal müssen spezifische Stoffe, die sich aus Prozess, Temperatur, Sicherheitsdatenblättern und Erfahrung mit der Technologie ergeben, gezielt angegangen werden.
Schweißen, Schleifen und Metalle
Schweißen ist in der Automobilindustrie weit verbreitet, insbesondere bei Metallstrukturteilen, Rahmen, Verstärkungen, Haltern oder Vorrichtungen. Dabei kann es sich um Handschweißen, Roboterschweißen, Punktschweißen, MIG/MAG, WIG oder andere Verfahren handeln. Die Arbeitsplatzluft beurteilt hauptsächlich Schweißrauch, Feinpartikel und Metalle.
Beim Schweißen ist es wichtig, zwischen Grundwerkstoff, Zusatzwerkstoff und Oberflächenbehandlung zu unterscheiden. Beim Schweißen von gewöhnlichem Stahl, Edelstahl, Aluminium oder verzinkten Teilen kann es zu unterschiedlichen Belastungen kommen. Wenn Schweißen mit Schleifen kombiniert wird, können auch der Schleifstaub und der Metallgehalt im Staub von Bedeutung sein.
Bei größeren Schweißbetrieben muss möglicherweise auch das Luftschutzsystem überprüft werden. Wenn Schweißnähte abgesaugt und über Abgase in die Außenluft abgegeben werden, können neben der Luft am Arbeitsplatz auch TSP-Emissionsmessungen, Filterung, Abgase und möglicherweise eine Betriebserlaubnis berücksichtigt werden.
Chemische Stoffe in der Luft am Arbeitsplatz
Die Messung chemischer Substanzen in der Luft am Arbeitsplatz basiert auf Sicherheitsdatenblättern, Arbeitsverfahren, Expositionsdauer, Belüftung sowie PEL- und NPK-P-Grenzwerten. Eine „typische“ Substanz reicht nicht aus. Bei Mischungen müssen möglicherweise mehrere Komponenten und ihre kombinierte Wirkung beurteilt werden.
| Basis | Warum es benötigt wird |
|---|---|
| Sicherheitsdatenblätter | Identifizieren Sie mögliche gefährliche Komponenten |
| Arbeitsablauf | zeigt an, wann Stoff in die Luft gelangt |
| Schichtlänge | bestimmt die Belichtung während der gesamten Schicht |
| Arbeitszeit-Schnappschuss | ermöglicht die zeitgewichtete Durchschnittsberechnung |
| Belüftung und Absaugung | beeinflusst grundsätzlich die Konzentrationen |
| repräsentative Verschiebung | bestimmt die Verwendbarkeit der Ergebnisse |
In Automobilbetrieben wechseln sich häufig unterschiedliche Produkte, Materialien und Arbeitsabläufe ab. Daher ist es wichtig, eine Verschiebung zu wählen, die der tatsächlichen und signifikanten Belastung entspricht. Eine Messung an einem Tag, an dem die Linie anderes Material verarbeitet oder der riskante Vorgang nicht durchgeführt wird, kann für die Kategorisierung von Arbeiten unbrauchbar sein.
Luftemissionen und Abgase
Luftemissionen werden dort behandelt, wo Schadstoffe durch Abgase in die Außenluft gelangen. Im Automobilbereich können dies Lackierereien, Trockner, Entfettungs-, Klebe-, Flammlaminierungs-, Schweißereien, Schleifarbeitsplätze, Verbrennungsanlagen, Kesselanlagen, Reservequellen oder Prozess-HVAC sein.
Am wichtigsten ist die richtige Zuordnung des Abgases zur jeweiligen Technik. In der Praxis besteht das Problem oft darin, dass mehrere HVAC-Abzweige in einer Halle vorhanden sind, wobei einige Abluftkanäle nur der Belüftung dienen und andere Prozessemissionen entfernen. Für die Betriebserlaubnis und die Emissionsmessung ist es notwendig zu wissen, welche Abgase die einzelnen Abgase ausstoßen.
Bei Emissionen wird üblicherweise auf Folgendes eingegangen:
- Quelleneinstufung nach dem Luftschutzgesetz,
- Messort am Auspuff,
- Emissionsgrenzwerte,
- TOC/VOC für organische Lösungsmittel,
- TSP zum Stauben, Schleifen oder Schweißen,
- NOx und CO für Verbrennungsquellen,
- Betriebsaufzeichnungen und Einsatzstoffverbrauch.
Für Lackierereien und Klebeprozesse ist die VOC-Balance oft wichtig. Beim Schweißen und Schleifen kommt es auf die Feststoffpartikelfiltration an. Bei den Verbrennungsquellen entscheiden die Nennwärmeleistung, der Brennstoff und das Betriebsregime.
Lärm im Automobilbetrieb
Lärm im Automobilbereich hat in der Regel nicht seinen Ursprung in einer einzigen Quelle. Pressen, Ventilatoren, Kompressoren, Absaugung, Förderbänder, Roboterzellen, Schweißen, Schleifen, HLK-Anlagen, Verladung, Verkehr und Materialhandhabung tragen alle dazu bei.
Für das Arbeitsumfeld wird die Lärmbelastung der Mitarbeiter während der Schicht gemessen. Für die Umgebung wird der Lärm beurteilt, der außerhalb des Geländes in geschützte Außenräume von Gebäuden eindringt. Dieselbe Technologie kann daher auf zwei verschiedene Arten angegangen werden.
| Lärmbereich | Was wird bewertet |
|---|---|
| Berufslärm | Exposition der Mitarbeiter während der Schicht |
| Außenlärm | Auswirkungen des Betriebs auf umliegende Schutzgebiete |
| technologischer Lärm | Maschinen, Leitungen, Ventilatoren, Kompressoren |
| Verkehrslärm | LKW-Ankunft, Versand, Umschlaggeräte |
| impulsive oder tonale Komponenten | mögliche Erhöhung der Lärmbelästigung |
Bei neuen Linien, Produktionserweiterungen oder Betriebszeitänderungen sollte Lärm bereits im Projekt berücksichtigt werden. Die nachträgliche Schalldämmung von Ventilatoren, Abgasen, Türen oder leichten Hüllenverkleidungen ist oft technisch und finanziell schwieriger.
Die häufigsten Fehler im Automobilbetrieb
Der häufigste Fehler ist eine zu allgemeine Maßangabe. Der Betreiber verlangt eine „Chemiemessung“, aber ohne Sicherheitsdatenblätter, Technologiebeschreibung und Arbeitszeit-Schnappschuss kann der korrekte Umfang nicht ermittelt werden. Ebenso reicht eine „Emissionsmessung“ nicht aus, wenn unklar ist, welcher Abgas welche Technologie entfernt.
Beim Lackieren und Kleben wird der Reinigungsmittelverbrauch oft unterschätzt. Bei Flammkaschierung und PUR-Schäumen wird der Temperatureinfluss auf freigesetzte Stoffe teilweise nicht berücksichtigt. Beim Schweißen wird nur Staub gemessen, Metalle bleiben jedoch außen vor. Auf Lärm werden Maschinen in der Halle untersucht, Außenventilatoren, Kompressoren, Abluftanlagen oder der Betrieb mit offenen Türen werden jedoch vergessen.
So bereiten Sie die Dokumentation für die Messung oder Bewertung vor
Eine gut aufbereitete Dokumentation beschleunigt die Messplanung deutlich. Es muss nicht sofort alles perfekt sein, aber ohne eine grundlegende Betriebsbeschreibung ist der Messumfang nur eine Schätzung.
Für die erste Bewertung ist es geeignet, hauptsächlich eine Technologiebeschreibung, eine Liste der verwendeten chemischen Präparate, Sicherheitsdatenblätter, Betriebsbedingungen, Schichtlänge, Anzahl der Arbeiter, Abgasschema, Extraktionsdaten, Informationen zur Filterausrüstung, Verkehr und alle Anforderungen der regionalen Gesundheitsbehörde, der regionalen Behörde oder des CEI vorzubereiten.
Dann kann unterschieden werden, ob eine Luftmessung am Arbeitsplatz, eine Emissionsmessung, eine Lärmstudie, eine Ausbreitungsstudie, eine Betriebsordnung, eine VOC-Bilanz, ein Gutachten oder eine Änderung der Betriebserlaubnis erforderlich sind.
Zusammenfassung
Ein Automobilbetrieb kann Lackieren, Kleben, Beschichten, PUR-Schäumen, Flammlaminieren, Schweißen, Schleifen, Verbrennungsquellen, Prozessabgase und laute Produktionslinien umfassen. Arbeitsplatzluft, chemische Stoffe, VOC, Staub, Metalle, Luftemissionen und Lärm werden daher oft gleichzeitig angegangen.
Der richtige Ansatz beginnt mit der Unterscheidung spezifischer Technologien und Betriebsregime. Die Exposition der Mitarbeiter im Atembereich wird unterschiedlich beurteilt, von den Emissionen am Auspuff und von der Lärmausbreitung in die Umgebung. Qualitätsmessung und -dokumentation sollten die spezifische Frage der Behörde oder des Betreibers beantworten und nicht nur formal „etwas messen“.
Senden Sie uns eine Beschreibung des Fahrzeugbetriebs, eine Liste der Technologien, Sicherheitsdatenblätter der verwendeten Präparate, Absaug- und Abgasschema, Betriebszeit, Informationen zu Arbeitsaktivitäten und alle Anforderungen der regionalen Gesundheitsbehörde, der Regionalbehörde oder des CEI. Wir schlagen Ihnen einen geeigneten Umfang der Arbeitsplatzluftmessung, der Emissionen, des Lärms oder eine nachträgliche Genehmigungsdokumentation vor.
Sachliche Grundlage des Artikels
Der Artikel basiert hauptsächlich auf diesen Vorschriften:
- Regierungsverordnung Nr. 361/2007 Slg. zur Festlegung der Bedingungen für den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz,
- Verordnung Nr. 432/2003 Slg., über die Berufskategorisierung,
- Gesetz Nr. 201/2012 Slg. über den Luftschutz,
- Verordnung Nr. 415/2012 Slg. über zulässige Verschmutzungsgrade und deren Bestimmung,
- Regierungsverordnung Nr. 272/2011 Slg., zum Schutz der Gesundheit vor schädlichen Auswirkungen von Lärm und Vibration.
Regierungsverordnung Nr. 361/2007 Slg. legt Hygienegrenzwerte für chemische Stoffe und Staub in der Luft am Arbeitsplatz fest, einschließlich des PEL- und NPK-P-Prinzips, und fordert eine wirksame Belüftung und lokale Absaugung an der Quelle chemischer Stoffe, Gemische oder Stäube. Gesetz Nr. 201/2012 Slg. und Dekret Nr. 415/2012 Slg. sind die Grundlage für die Bewertung von Luftemissionen, Quellen mit organischen Lösungsmitteln, Verbrennungsquellen, Schweißen, Filterung, Abgasen und Emissionsmessungen.

